Michael Ehnert
Preisgekrönter Teamspieler und Solist.
Ehemals Mitglied des legendären Bader-Ehnert-Kommandos, tourt seit 2004 mit seinen beiden Soloprogrammen "HeldenWinter" und "Mein Leben".
Inszenierte am Kom(m)ödchen und an der Lach- und Schießgesellschaft. Erhielt den Deutschen Kabarettpreis, den Deutschen Kleinkunstpreis und sogar zwei mal den Prix Pantheon.
Kristian Bader
Preisgekrönter Teamspieler und Ur-Caveman.
Ehemals Mitglied des legendären Bader-Ehnert-Kommandos, spielt seit Jahren "Caveman", sowie in den beiden Blockbustern "Cavemusic" und Auto, Auto". Erhielt den Deutschen Kabarettpreis und den Prix Pantheon.
Hilmi Sözer
Spielte zuletze am Schauspielhaus Köln.
Tourte seit seinem 14. Lebensjahr mit diversen Theatergruppen 15 Jahre durch die deutschsprachige Theaterlandschaft. Filme: Auslandstournee (2000), Schuh des Manitu (2001), Was nicht passt, wird passend gemacht (2002), Zeit der Wünsche (2003), Süperseks (2004), Blackout (2005), Die rote Zora (2006), Die dunkle Seite (2007), Jerichow (2008)
Jan Christof Scheibe
seit seiner Mitwirkung als junger Sangesknabe in einer Peter-Alexander-TV-Show, war er als Musiker, Komponist und Comedian u. a. tätig für Channel Five, Dominique Horwitz, Esther Schweins und Sissi Perlinger. Übt sich als Charmeur, und hat neulich seinen ersten Preis verliehen bekommen, auf einer "Fisch sucht Fahrrad"-Party für die dümmste Anmache.
Vita Schiller
"Wozu nützt denn die ganze Erdichtung
Ich will es dir sagen, Leser, sagst du mir wozu die Wirklichkeit nützt."
Friedrich Schiller
Johann Christoph Friedrich Schiller wird am 10.11.1759 als Bruder von 5 Schwestern in Marbach geboren. Auf Geheiß des despotischen Herzogs von Württemberg besucht Schiller ab dem Jahr 1773 die spätere Hohe Karlsschule in Ludwigsburg/Stuttgart. In dieser Militärischen Pflanzschule beginnt Schiller (gezwungenermaßen) ein ungeliebtes Jurastudium. Der Herzog Karl Eugen ist quasi „der Pate" von Württemberg und er braucht „Anwälte" (vgl. Francis Ford Coppolas DER PATE 1-3).
1775 wechselt Schiller in den Medizinbereich. Obwohl das Lesen (und noch mehr das Schreiben) schöngeistiger Literatur verboten ist, schreibt Schiller während seiner von Kadavergehorsam, gegenseitigem Ausspionieren und Denunzieren geprägten Schulzeit Theaterstücke und Gedichte.
Um sein erstes selbstgeschriebenes Stück auf der Bühne sehen zu können, muss der mittlerweile als Militärarzt tätige Schiller desertieren. Auf seiner Reise von Stuttgart nach Mannheim bleibt er jedoch etwas zu lange bei einem Serviermädchen hängen und verpasst fast die Uraufführung seines ersten Dramas.
Diese erste Aufführung der RÄUBER 1782 am Nationaltheater in Mannheim dauert 5 Stunden. Danach gleicht das Theater „einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, stampfende Füße, heisere Aufschreie im Zuschauerraume! Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung bricht".
Man muss dazu sagen, dass zu jener Zeit Theateraufführungen gern mal etwas länger gedauert haben und nicht in RTL-tauglichen 20-Minuten-Häppchen serviert wurden. Die allgemeine Aufregung am Ende des Stückes ist also nicht der langen Aufführungsdauer geschuldet, sondern dem Werk an sich. Es war (und ist) ein Hammer! Schiller selbst rezensiert sein Erstlingswerk (anonym) und bescheinigt dem Autor, dass dieser die meisten interessanten Passagen seines Stückes bei Shakespeare geklaut hat. Smart Ass!
Wegen einer zweiten unerlaubten Reise nach Mannheim wird Schiller dann zu 14 Tagen Haft verurteilt und sein ungeliebter Ziehvater Herzog Karl Eugen verbietet ihm strikt jedwede weitere dichterische Betätigung, woraufhin Schiller aus der Garnison in Stuttgart nach Mannheim flieht. Vielleicht geht ihm auch einfach nur die Stadt Stuttgart auf die Nerven, wer weiß...
Zwischen 1783 und 1787 folgen die Stücke DIE VERSCHWÖRUNG DES FIESCO ZU GENUA, KABALE UND LIEBE und DON CARLOS.
In den folgenden Jahren trifft Schiller auf (den lang bewunderten und gleichzeitig verhassten, ignorierten und stets beobachteten) Goethe und die zwei werden wider Erwarten echte Buddies. Ein Duo mit universaler Durchschlagskraft, eine Art Coen-Brüder der Weimarer Klassik. Und neben zahlreichen anderen Frauen begegnet Schiller auch den Schwestern Caroline und Charlotte von Lengefeld. Lange weiß er nicht, zu welcher er sich mehr hingezogen fühlt und macht praktischerweise beiden den Hof. Smart Ass!
Schiller wird Professor für Geschichte und Philosophie an die Universität in Jena, heiratet schließlich die jüngere Schwester Charlotte, bekommt von der französischen Nationalversammlung das französische Bürgerrecht verliehen, zieht nach Weimar, wird Vater von vier Kindern und beginnt nach zwölfjähriger Pause und trotz schwerer Krankheit, die ihn die letzten 15 Jahre seines Lebens belastet, wieder Theaterstücke zu schreiben.
Bis zu seinem Tod entstehen WALLENSTEIN, MARIA STUART, DIE JUNGFRAU VON ORLEANS, DIE BRAUT VON MESSINA und WILHELM TELL.
Sein Werk DEMETRIUS bleibt unvollendet. Sein Epos DIE POLIZEI bleibt eine vielversprechende Skizze.
Schiller sah sich selbst als „ein Weltenbürger, der keinem Fürsten dient". Und trotzdem macht man ihm gern zum 'Dichter der Nation'. Schon kurz nach seinem Tod 1805 verwandelt sich jede Schillerkritik in eine Schiller Begeisterung. 1859, in Schillers hundertstem Geburtsjahr, erreicht diese Verehrung ihren ersten Höhepunkt: Umzüge mit Tausenden von Teilnehmern, Denkmälerenthüllungen, Festspielaufführungen überall im Land... Amüsant daran ist vor allem, dass selbst sich unversöhnlich gegenüber stehende politische Strömungen Schiller und sein Werk für sich reklamieren: Die Konservativen, wie die Liberalen. Tatsächlich kann man sich im reichen Wortschatz der Schiller-Zitate nämlich zu fast jedem Zwecke bedienen.
Das Ganze gipfelt dann darin, dass selbst die Nazis Schiller zu einem der ihren machen wollen. Goebbels schwärmt: „Hätte Schiller in dieser Zeit gelebt, er wäre zweifellos der große dichterische Vorkämpfer unserer Revolution geworden." Adolf Hitler sah sich sogar selbst als Freiheitskämpfer im Sinne eines Wilhelm Tell. Und so gehören Schillers Dramen bis 1943 zu den meistgespielten Stücken auf deutschen Bühnen.
Irgendwann müssen dann aber einige der Nazigrößen Schillers Werk tatsächlich einmal gelesen haben und die Schiller-Verehrung wird ebenso schnell wie klammheimlich unter den Teppich gekehrt. Hitler befiehlt, WILHELM TELL aus den Spielplänen der Theater und aus den Stundenplänen der Schulen zu entfernen. Für alles kann Schiller nun doch nicht herhalten...
Am 9. Mai 1805 stirbt Schiller dann im Alter von 45 Jahren.
9.Mai....
... '45?
Wenn das der Führer gewusst hätte...!
Naja, jedenfalls haben wir in diesem Jahr die Chance, Schiller alles Gute zu seinem 250. Geburtstag zu wünschen. - Er ist zwar irgendwie schon ganz schön tot und wir wissen auch nicht einmal, wo sich seine sterblichen Überreste befinden, aber wir wollen ihm trotzdem hochleben lassen, oder? Die Qualität einer Party ist ja nicht davon abhängig, ob der Gastgeber anwesend ist...