Schillers sämtliche Werke...leicht gekürzt

2009 feiert Deutschland Friedrich Schillers 250. Geburtstag.

Aber wie feiert man jemanden, der drauf und dran ist, in die Kategorie" Ü-250" zu rutschen? Und vor allem: Was schenkt man so jemandem, bei dem es schon staubt zwischen den Seiten? Vielleicht ein Drehbuchseminar beim Privatfernsehen? Eine Tüte voll knackiger Comedy-Pointen? Eine Home-Story in der BILD-Zeitung?

Oder braucht der Erfinder des Deutschen Idealismus gar keine Verjüngungskur? Ist er vielleicht auch heute noch radikaler, peppiger und furchtloser als jeder moderne Traumfabrik-Held? immerhin reden wir hier vom halbstarken Schiller, der als gerade mal Achtzehnjähriger mit seinen "Räubern" den deutschen Theaterskandal heraufbeschwor. Vom wilden Schiller, der in Ermangelung von Kokain faule Äpfel geschnupft hat. Vom geilen Schiller, der zwei Bräute gleichzeitig hatte. Vom Kamikaze-Schiller, der desertierte, um ins Theater zu gehen und dafür im Kerker landete. Vom Quentin Tarantino unter den Klassikern!

Dieser Schiller braucht weder eine Frischzellenkur noch gediegene Festreden im Feuilleton, sondern eine Bande furchtloser Komplizen. Eine Schillerban.de, die mit dem Weltenbürger, Atheisten, Freiheitskämpfer und Großmaul Schiller noch einmal das Theater auf den Kopf stellt!

Kristian Bader, Michael Ehnert, Hilmi Sözer und Jan Christof Scheibe machen sich auf, Schiller zu finden. Den ganzen Schiller. Und den wahren Schiller. Erleben Sie "Die Räuber", "Kabale und Liebe","Don Karlos", "Wallenstein", "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orléans", "Wilhelm Tell" und alle anderen Schiller-Dramen sowie umfangreiches Bonusmaterial (Entfallene Szenen, Outtakes,Making Of) in nur zwei Stunden.

Weitere Infos unter:
www.schillerban.de 

 

Stückhandlung

Vier Männer machen sich auf, ihrem alten Kumpel Friedrich Schiller eine Party auszurichten. Man wird ja nicht alle Tage 250 Jahre alt!

Scheibe, der Frauen liebende Pianist, Bader, der überpräzise Germanistik-Dozent, Ehnert, der ungeduldige Weltretter und Hilmi, der stets Integration suchende Dauer-Gast aus dem Morgenland haben sich schick gemacht für diesen besonderen Anlass.

Der Flügel ist gestimmt, die Spaßhütchen liegen bereit, in den Gläsern schimmert der Wein, doch die richtige Feierlaune will nicht aufkommen, denn das Geburtstagskind hängt ziemlich tot und schlecht riechend auf seinem Stuhl.

Dabei schien der gute alte Friedrich den Vieren bis eben noch so lebendig:

Als Weltenbürger war er Hilmi auf dessen Grenzgang zwischen den Kulturen stets ein seelenverwandter Begleiter.

Als heißblütiger Frauenheld war er Scheibe stets ein unerschöpflicher Quell hoch-emotionaler Dichtkunst.

Als Univeral-Gelehrter war er Bader stets ein Vorbild unvoreingenommener, analytischer und nur der Aufklärung verpflichteter Weitsicht.

Als kompromissloser Freiheitskämpfer war er Ehnert stets das Maß aller Dinge, an der sich jeder politisch denkende und handelnde Mensch zu orientieren hat.

Vier Männer mit vier völlig unterschiedlichen Schillerbildern; ausgestattet mit allem, was sich auf einer Bühne als Waffe nutzen lässt: Dolche, Pistolen, fein geschliffene Zitate und scharf klingende Musikinstrumente. Das kann nicht gut gehen und so braucht es tatsächlich auch nicht lang, bis sich die frisch verschworene Schillerbande heftig in die Haare kriegt:

WAS gilt es denn jetzt bitte schön zu feiern?

Glücklicherweise gelingt es dann aber Schiller selbst, sich die rettende Dosis Adrenalin zu verpassen, sich ins Leben zurück zu katapultieren, um an seiner eigenen Vierteljahrtausend-Gala teilzunehmen!

Und er kommt nicht allein, sondern bringt ein ganzes Lebenswerk voller Figuren mit, die sich die vier Bandenmitglieder jeweils auf ihre Art zu eigen machen: Die sich hassenden Brüder Karl und Franz Moor und die von beiden hart umworbene Edeldame Amalia aus den „Räubern", die sich bis in den Tod liebenden Teenies Ferdinand und Louise aus „Kabale und Liebe", den um Gedankenfreiheit ringenden Marquis von Posa aus „Don Carlos", die von Gott geführte „Jungfrau von Orleans", den freiheitsliebenden Einzelgänger „Wilhelm Tell", den Braveheart aus der Schweiz und viele andere.

Diese Figuren bringen Ihre Texte selber mit und es ist erstaunlich, was man heutzutage aus manch überholt erscheinender Szenerie nach an Brisanz gewinnen kann. Vor allem sind die vier Bandenmitglieder aber auch Schauspieler und so wundert es nicht, dass auch ein Hauen und Stechen um die schönsten und eindrucksvollsten Rollen beginnt.

Das Ganze wird dann schließlich noch dadurch verkompliziert, dass sich auch längst verstorbene Schauspiel-Koryphäen wie Iffland in das Geschehen einmischen, CSI-Weimar in die Szenerie platzt, Adolf Hitler unbedingt den Wilhelm Tell spielen will und Indiana Jones verzweifelt nach Schillers Schädel sucht.