Eine Scheidung macht Spaß, wenn man dabei boxen darf
Warten auf den Scheidungstermin. Zeit genug für Jennifer und Michael, nach Gründen für die Trennung zu suchen und sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Beziehung zu geben. Sie nennt ihn einen "Mann ohne Kameragesicht". Er kontert mit "verspannte Zicke". Das Paar wirft sich bekannte Klischees und Vorurteile an den Kopf, um sie dann in der Parallelhandlung einer Fernsehserie mit psychologischen und wissenschaftlichen Fakten ad absurdum zu führen.
In der Realität sind Jennifer und Michael Ehnert glücklich verheiratet, auf der Bühne stehen sie kurz vor der Scheidung. Das Paar wagt bei "Küss langsam" im Altonaer Theater lustvoll einen verbalen Schlagabtausch mit harten Bandagen und scharfem Wortwitz. Und verbucht im Beziehungsclinch - von Martin Blau treffsicher mit bösen Finten und ironischen Tiefschlägen inszeniert - einen klaren Sieg nach Punkten beim Premierenpublikum.
Ehnert & Ehnert erweisen sich bei ihrem ersten gemeinsamen Doppel als ebenbürtige Partner. Ihr filmischer Krimi und szenischer Ehekrieg in mehreren Runden erreicht bisweilen die Härte von Strindberg-Szenen, fällt aber in den Action-Parodien und den pointensicheren Dialogen trotz einiger ernsthafter Momente viel komischer aus. Männer und Frauen kringeln sich immer wieder vor Lachen - bei unterschiedlichen Szenen, versteht sich. Doch zum einsichtsreichen Finale spenden beide Parteien gemeinsam tosenden Beifall.
Hamburger Abendblatt, 03.06.2011
Schlammschlacht zweier Ex-Partner
Köstlich: "Küss langsam" am Altonaer Theater
Die Zeiten von "Chefmaus" und "Zauberhase" sind vorbei. "Dauergeiler Deckhengst" und "verspannte Krampfader" nennen sich Ehnert und Ehnert - nach dreijähriger Ehe sitzen sie in der Warteschlange zum Scheidungstermin. Vor den "anderen Frustrierten und Gescheiterten", dem Publikum im Altonaer Theater, lassen sie ihre Beziehung Revue passieren: "Küss langsam" ist der unterhaltsamste Paar-Kampf, den je ein Scheidungsrichter verpassste.
Jennifer und Michael Ehnert spielen sich selbst: Ein Hamburger Schauspieler-Ehepaar, das keine Problemzone auslässt. Unterschiedlicher Auffassung sind beide etwa bei Existenziellem wie der der Entbehrlickeit des weiblichen Orgasmus und dem Spülen von Joghurtbechern vor deren Entsorgung. Einigkeit herrscht bei der Mülltrennung: Die beste Art sei die bevorstehende Trennung.
Die Ehnerts im Selbstversuch: Jennifer lieferte brilliante Ideen, Michael verfasste den großartigen Text. Die Szenen ihrer Ehe überließen sie Regisseur Martin M. Blau, den Soundtrack zum filmreifen Theater komponierte Jan-Peter Pflug. Mitten in der Schlammschlacht um Penis- und Gehirngrößen erinnern sich beide an einen Zustand in "Küss langsam", jener Actionserie, bei der sie sich kennenlernten. Von der ersten Begegnung geht immer noch eine magische Sogwirkung aus - Ähnliches passsiert dem Publikum an diesem Abend.
Hamburger Morgenpost, 04.06.2011
Riesiger Applaus für wortwitzige Trennungsschlacht
Nach drei Jahren geben sie auf: Das Ehepaar Michael und Jennifer Ehnert lässt sich scheiden. Zumindest auf der Bühne. Im Altonaer Theater liefert sich das Schauspieler-Paar mit "Küss langsam" eine wortwitzige Trennungsschlacht. Er nennt sie "Chefmaus" und führt akribisch Buch über ihren Hormonstand im Menstruationszyklus, damit er weiß, wann er eine Chance auf Sex hat. Sie lästert über seine Penis-Komplexe ("Er ist aus-reich-end!"). Zwischendurch spielen die beiden mit viel Körpereinsatz noch eine schlechte Sat.1-Krimiserie nach und enthüllen, dass unter der Elbphilharmonie Atommüll gelagert werden soll (deshalb war der Bau so teuer). Als Solo-Comedian ist Ehnert längst Kult, im Duo ist's nicht minder komisch. Riesiger Premieren-Applaus für die strahlenden Ehnerts. Wirklich sehenswert!
Bild-Zeitung, 03.06.2011
„Zugegeben,
ein Risiko ist es schon, mit seiner eigenen Ehefrau eine
kabarettistische Beziehungskomödie auf der Brettlbühne
darzustellen. Aber wie heißt es so schön: Wer nicht wagt, der nicht
gewinnt. Gewonnen haben Michael und Jennifer Maria Ehnert durch ihr
Spiel in ihrem Programm ‚Küss langsam’ allemal, denn mit ihren
humorvollen Einfällen und ihrer raffinierten Schauspielkunst
sicherten sie sich die Begeisterung gleich beiderlei Geschlechts im
Pantheon. Mit seinem prägnanten Markenzeichen, Filmszenen für seine
Bühnenshow zu adaptieren, sie weiterzuspinnen und für
philosophische Betrachtungen zu nutzen, brilliert Michael Ehnert
(Prix Pantheon Gewinner 1995 & 2005) mit einem ganz besondern
Kabarett, das alles andere als langweilig ist. Und obwohl so manches
Klischee von beiden beackert wird, fügen sie jedem alt diskutierten
Stereotyp solch eine Prise Witz und Ironie bei, dass man sich des
öfteren fragt, ob das Füllhorn an Ideen der zwei wohl
unerschöpflich ist. Mühelos verwandelt sich Schauspielerin Jennifer
Maria Ehnert, die auch privat Boxsport betreibt, auf der Flucht vor
Polizisten in eine ‚kleine Kampfelfe’ und nicht nur das Plakat
und der Titel ihrer rasanten Actionkomödie erinnern an den
Hollywood-Blockbuster ‚Stirb langsam’ mit Bruce Willis. Einer
emotionalen Achterbahn gleich mimen sie zunächst das intensiv
verliebte Traumpaar, um im nächsten Moment bei ‚McDivorce’ die
Scheidung einzureichen. Wie die Kesselflicker fallen sie übereinander
her. Alles in allem: Die beiden boten großartige Unterhaltung. 1:0
für Ehnert.“
(Bonner
Rundschau, 29.03.2011)
„Paartherapie
mal anders
Das
Vorzimmer eines Scheidungsanwaltes ist Start und Ziel einer
inszenierten Rallye durch unwegsames Gelände. Die Route führt das
zerstrittene Paar durchs Beziehungsdickicht. Scherben von
Schwiegermutters Vase liegen auf der Fahrspur. Hunderte
Patronenhülsen am Wegesrand. Missverständnisse und Abgründe gibt
es, soweit das Auge reicht. Ein Beziehungs-GPS, das vor der
„emotionalen Sackgasse“ warnen könnte, funktioniert nicht.
Keine
Frage: Das Terrain, auf das sich Ehnert und Ehnert mit diesem
Programm wagen, ist voller Gefahren. Aber die Schauspieler
manövrieren sich aus den schwierigen Offroad-Passagen mit Wortwitz
und guten Einfällen. Langer Applaus von einem Publikum, das sich gut
unterhalten gefühlt hat.“
(Deister-Weser-Zeitung,
Hameln, 11.03.2011)
„Die
Liebe - Eine Kampfsportart
In ihrer
Schweizer Premiere sind Jennifer und Michael Ehnert den
verschlungenen Wegen menschlicher Beziehungen auf der Spur gewesen.
Vor einer gefüllten Aula haben sie in einem temporeichen und
witzigen Mix aus Actionkrimi und Satire ihre leidenschaftliche
Scheidungsschlacht zelebriert – sehr zur Freude des Publikums.
Überzeugt
hat dabei nicht nur eine qualitativ hochstehende Präsentation mit
Einsatz von Sound- und Lichteffekten, sondern vor allem auch die
gekonnte Balance zwischen spannender, humorvoller und ernsthafter
Unterhaltung.
‚Küss
langsam’ ist kein effekthascherischer Actionkrimi auf der Bühne,
obwohl es diese Elemente durchaus gibt und sich das Publikum nicht
selten gebannt fragt: Wie geht sie denn aus, diese Geschichte um den
etwas machohaften Polizisten und die smarte Journalistin? Das
Programm ist aber auch kein Schenkelklopfer, obwohl sich die beiden
Zankenden mit Inbrunst Bonmots wie «Mülltrennungs-Hitler» und
«verspannte Krampfader» an den Kopf werfen. Und ebenso wenig ist es
ein ernsthafter Beziehungsratgeber. ‚Küss langsam’ ist von allem
ein bisschen, und es ist das große Verdienst der beiden Künstler,
zwischen diesen drei Elementen ein Gleichgewicht gefunden zu haben,
das rundum überzeugt. Es ist das zutiefst Persönliche in der
Beziehung der beiden, das die Brücke zum Publikum schlägt; so
mancher und manche wird sich mit einem Schmunzeln an Dispute im
eigenen Haushalt erinnert haben. Nicht umsonst war deshalb der
Applaus am Ende besonders anhaltend und intensiv. Der tiefgründige
Humor des Hamburger Paares vermochte offensichtlich auch in der
Schweiz zu begeistern.“
(Thurgauer
Zeitung, Schweiz, 28.3.2011)
Michael
und Jennifer Ehnert zeigten am Samstagabend im Theaterstadel mit
ihrem Programm „Küss langsam“, wie der knallharte
Beziehungsalltag aussieht. Schonungslos und authentisch. Jennifer und
Michael, die einst noch Jennael oder Michefer waren, stehen
mittlerweile vor dem Scheidungsanwalt. Während sie warten, erzählen
sie dem Publikum ihre Geschichte. Es war vor drei Jahren beim Dreh
der Action-Komödie „Küss langsam“ und sie verliebten sich
sofort ineinander. Er war „der Typ, der noch in der brenzligsten
Situation Eiswürfel pisst“ und sie eine smarte Journalistin. Er
spielte den Bullen, der den Überblick bewahrte und sie die
attraktive und schlaue Einbrecherin. Heute ist er ein
„Mülltrennungshitler“ und sie eine „gottverdammte, verspannte
Zimtnudel“. Da fragt man sich doch, was ist da passiert? Warum gibt
es keine Gebrauchsanweisung für Männer und Frauen oder wenigstens
ein Beziehungs-GPS?
Ehnert
vs. Ehnert bedienen typische Klischees über Männer und Frauen und
zeigen, wie der Beziehungsalltag wirklich aussieht. Ein Kampfplatz,
auf dem jeder seine Wahrheit verteidigt. Beziehung zwischen Männern
und Frauen – wie oft wurde sie schon von Komikern und Kabarettisten
auf die Schippe genommen. Die Eheleute Ehnert jedoch haben ihren ganz
eigenen Stil über die Probleme zwischen den zwei Geschlechtern zu
diskutieren und mitunter auch lautstark zu streiten. Spannend ist es
auf jeden Fall. Die akustischen und visuellen Effekte bringen
zusätzlichen Nervenkitzel und unterstreichen das schauspielerische
Talent der beiden Komiker. Und am Schluss kommt er doch noch: Der
heiß ersehnte und filmreife Kuss des Paares.“
(Schwäbische
Zeitung, 29.03.2011)
„Action-Kabarett
als Rosenkrieg.
Blaulicht
flackert, Rufe hallen, Helikopter-Rotoren dröhnen. Nein, hier tobt
nicht die Entscheidungsdemo um Stuttgart 21 oder Brokdorf. Hier ist
Markdorf. Genauer: Das martialische Spektakel findet auf der Bühne
statt als Klangkulisse zum neuen Programm des Kabarettpaares Ehnert.
Und das
Publikum erlebt, wie sich ein ganz neues Bühnen-Genre anfühlt: das
des Action-Kabaretts, bei dem die üblichen Dia- und Monologe mit
Geräuschen angereichert werden, die die Zuschauer ansonsten nur aus
dem Kino kennen. So heißt das Ehnert/Ehnert-Programm denn auch ‚Küss
langsam’ – analog zum Schieß-drauf-Dauerbrenner aus Hollywood.
Tatsächlich
geht's mitunter munter zu. Wenn Sondereinsatz-Teams stürmen, wenn
Kugeln fliegen und unser Helden-Pärchen bond-mäßig knapp das
einzige Schlupfloch in der schier ausweglosen Situation entdecken.
Was die Ehnerts dann auch regelmäßig ironisch brechen durch gemimte
Zeitlupen-Effekte, durch Running-Gags à la ‚Tom und Jerry’.
Der
Hintergrund ist eine fiese Verschwörungsgeschichte: Finstre
Restrisiko-Zocker wollen ihre Strahlen-Müll-Fässer, unter den
heiligen Stätten der edlen Wutbürger vergraben, sprich Kopfbahnhof
Stuttgart, sprich Elb-Philharmonie... und ausgerechnet Frau Ehnert
kommt dahinter. In ihrer Rolle als multitasking-satte
Nachwuchs-Journalistin, die in die Konzern-Zentrale von Hochtief
einbricht, um dort brisante Hintergrund-Dossiers zu stibitzen, mit
denen sie ihre Bewerbungs-Unterlagen für den ‚Spiegel’ auf-sexen
möchte.
Um das
Chaos perfekt zu machen, kommt als Rahmenhandlung noch eine
Beziehungskrise hinzu, sodass sich das Kabarett-Stück auch noch als
Rosenkrieg darstellt. So witzig wie ‚Kramer gegen Kramer’ ist
‚Ehnert vs. Ehnert’ allemal. Und es fällt fast so spannend aus
wie ‚Mr. und Mrs. Smith’.“
(Südkurier,
29.03.2011)
Traumpaar gerät in Kreuzfeuer
10.05.2011 - MAINZ
Von Inka Pesch
UNTERHAUS - Michael und Jennifer Ehnert überzeugen in Actionkomödie „Küss langsam“
Das Traumpaar im Unterhaus hätte Hollywood nicht besser erschaffen können. Vor uns stehen Brangelina auf deutsch - Jenael oder Michifer, mit vollem Namen Michael und Jennifer Ehnert. Ihr Programm „Küss langsam“ ist eine Actionkomödie, in der die beiden Helden vor allem mit dem Alltag kämpfen.
Wieder präsentiert Michael Ehnert eine aufregende Mischung aus Kino, Theater und Kabarett. Dass er nun auch seine schöne Frau mit auf die imaginäre Leinwand holt, ist neu. Ehnert vs. Ehnert. Smarte Journalistin trifft toughen Bullen
Zur fiktiven Handlung: Vor drei Jahren hat sich das Schauspielerpaar bei einem Dreh kennengelernt. Sie mimte die smarte Journalistin, er den toughen Bullen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Jetzt sind die beiden nicht nur in der Realität, sondern auch beim Scheidungsrichter angekommen. In dessen Warteraum spielen sich die Szenen einer Ehe ab. Die zwei springen hin und her zwischen vermeintlicher Realität und Filmszenen - dass sie auch in Wahrheit verheiratet sind, gibt dem Ganzen noch eine zusätzliche Ebene.
Beim Warten auf die Scheidung spinnen die Darsteller das Drehbuch weiter, das Spielen wird zur Therapie. Spektakulär sind die Actionszenen: Blaulicht, Hubschraubersounds, ohrenbetäubendes Dauerfeuer. Während die beiden durch das Kreuzfeuer der Spezialeinheiten hetzen, streiten sie aber immer noch darüber, wo rechts und links ist.
Die wahre Bedrohung geht jedoch nicht von den Verfolgern, sondern von den Verfolgten selbst aus, und die Verschwörung des Plots dient nur dazu, die eigenen Probleme ins Visier zu nehmen. Es geht um Rollen und Erwartungen.
Während die sexy Journalistin sich als verspannte Krampfader entpuppt, ist der coole Bulle im wahren Leben so aufregend wie ein Verkehrspolizist. So ist es mit den Geschlechterrollen: Es gibt kein Original und wir basteln uns in jeder Generation neu zusammen. „Wir sind aus dem gleichen Stoff gemacht wie Träume.“
Die Dialoge sind wie Kampfhandlungen, die Gemüter explodieren wie Bomben. Die beiden schalten auf Dauerfeuer, es gibt Gejagte und Verletzte, aber niemals Sieger. Die Pointen hageln - und Michael Ehnert ist eine witzige Mischung aus Ehe-Thriller und Screwball-Komödie gelungen.
Wiesbadener Kurier, 10. Mai 2011
"Küss langsam, das ultimative, ganz andere Stück zum Thema Beziehungsdrama. Beim Pärchen auf der Bühne handelt es sich nicht um die klassische 'Mann trinkt Bier-Frau macht den Haushalt-Kombination'. Diese Figuren sind, wie ihre Darsteller: Schauspieler... Schauspieler, die sich bei Dreharbeiten zu einem Actionfilm namens 'Küss langsam' kennengelernt haben. Im Laufe des Abends lässt das nunmehr zerstrittene Paar immer wieder Erinnerungen an diesen Film wachwerden. Doch heute erleben wir das Paar im Vorraum eines Scheidungsrichters. Denn so sehr sich die beiden auch mühten, den Ehe-Alltag hinzukriegen, es klappte nicht. Auch diese moderne Frau ist bestimmt von ihren Launen. Auch dieser moderne Mann macht sich Gedanken über - Penislängen. Doch Michael und Jennifer Ehnert bringen das mit soviel Witz, auf den Punkt, dass die Zuschauer fast unter den Sitzen liegen vor Lachen. Das Publikum war begeistert. Dass Männer und Frauen nicht usammenpassen hat also auch sein Gutes."
NDR-90.3, 01.06.2011