Pressestimmen
„Das Tier in mir – Deutschland primat“
Von und mit MICHAEL EHNERT
Hamburger Abendblatt
Im wilden Komödianten steckt ein weiser Mann
10. Juni 2010, 06:42 Uhr
Im neuen Solo brilliert Michael Ehnert an den Kammerspielen
HAMBURG. Zungenküsse von Stefan Raab? Nicht nur Michael Ehnert bekommt bei der drastisch ausgemalten Vorstellung eine Ganzkörpergänsehaut. Er ereifert sich im neuen Solo "Das Tier in mir - Deutschland primat" über die Verwilderung von Moral, Sprache und menschlichem Umgang in der Mediengesellschaft. In seinen Augen verschachern die Leute skrupellos Zivilisationswerte, nur um Geldgewinne zu maximieren. Was sich nach Standpauke anhört, ist auch eine. Doch weiß Ehnert dem Publikum so raffiniert die Leviten zu lesen, dass es ihm begeistert an den Lippen hängt und nach der Kammerspiele-Premiere Ovationen bringt.
Die "Primatisierung" in unserem Land verwandelt den adretten Superkomödianten im grauen Anzug seinerseits in ein zorniges Tier. Die Krawatte fliegt weg. Kaum vermag er den Werwolf in sich mit hastigem Zuknöpfen seines Jacketts zu bändigen. Wütendes Würgen schüttelt ihn, denkt er ans Wort- und Witz-Gestammel in Internet und Fernsehen. Vor blinder Rage rettet den Schauspieler auf Tour über deutsche Bäderdörfer nur der weise Mann in ihm: Aus der Sinnkrise hilft ihm die zittrig gläserne Stimme seines Meisters, der zum Schüler in verschmitzten Zen-Gleichnissen spricht, ihn auf den rechten Weg geleitet.
Dessen Rat folgend, holt Ehnert auf leerer Bühne alles aus sich heraus. Den Jungfernflug des Airbusses A911 nützt er zur Abrechnung mit der bundesdeutschen Elite von Josef Ackermann bis Joseph Ratzinger. Martin Blaus Regie strukturiert die glänzende Tour de force durchs Licht, lenkt präzise das in Gestik und Tonwechsel ausgearbeitete Spiel. Michael Ehnert ist weit mehr als ein Witzeerzähler: Er ist ein gerissen intelligenter Kabarett-Komödiant.
10. Juni 2010
Welt online
Kabarettist Ehnert als Jedi-Ritter
Von dpa-info.com GmbH
Hamburg (dpa/lno) - Michael Ehnert, preisgekrönter Kabarettist (43, Mein Leben), hat seine Fans am Diens-tagabend als Jedi-Ritter der Bühnenkunst begeistert. Bei der Premiere seines dritten Solos «Das Tier in mir - Deutschland primat» in den Hamburger Kammerspielen gab sich der Darsteller virtuos, bissig und persiflierfreudig. Unter der Regie von Martin Maria Blau spielte er den einsamen Kämpfer gegen den allgemeinen Niedergang in Deutschland. Er konstatierte «zunehmende Schwammigkeit», verzichtete dabei nicht auf böse Attacken gegen die Kirche. Doch am Ende machte der Künstler Mut, durch die Kraft des freien Geistes die Welt zu gestalten.
10. Juni 2010
Hamburger Morgenpost
Deutschland auf Kollisionskurs
Grandioses Kabarett in den Kammerspielen
Von Brigitte Scholz
Sind wir noch zu retten? Nein – meint jedenfalls Michael Ehnert. In seinem Programm hat ein auf den Namen Deutschland getaufter Super-Airbus die gesamte Elite der Republik aus Politik, Wirtschaft und Kultur an Bord. Und man befindet sich auf Bruchlandungs-Kurs...
Mittendrin: Der Schauspieler Ehnert, der in Gesellschaft der Aldi-Brüder, einer den Fleischverzehr lobenden Verbraucherministerin und einiger Promi-Nasen zum angriffslustigen Tiger wird. Schließlich weist „das Tier in mir“ Ehnert die Richtung: In knurrenden, fauchenden Lauten und wüsten Grimassen setzt sich die unterdrückte Seite der menschlichen Natur immer heftiger zur Wehr gegen sprachliche Schwammigkeit, Egozentrik und „totale Verarschung“.
Soviel pessimistische Ekstase löst Freude aus – an den Kammerspielen feierte das Publikum ausgelassen die Uraufführung des Kabarett-Solos mit Beifallstürmen und Standing Ovations. Und das zu Recht. Ein rasender, ironisch-selbstirionischer Wechsel zwischen kabarettistischen Pointen und lebensphilosophischen Betrachtungen. (bs)
BILD
Michael Ehnert – Das Tier in mir“ an den Kammerspielen
Tosender Applaus für einen furiosen Abend
Von Gernot Gricksch
Harvestehude – Was für ein Abend! Zwei Stunden lang zetert, grübelt und ulkt Kabarettist Michael Ehnert im furiosen Alleingang über das Leben an sich und Deutschland im speziellen. Von Lena bis Obama von Lebensmittelchemie bis Finanzkrise, von Facebook bis Vanilleeis. Urkomisch, weise, schräg. Da verschwimmt die Grenze zwischen Theater und Comedy, Nonsens mischt sich mit Philosophie: Riesengelächter! Nach dem letzten Satz erhob sich das Premierenpublikum zum tosenden Applaus, der gar nicht enden wollte.
5 Sterne = wirklich sehenswert
Pressestimmen zu HeldenWinter
Michael Ehnert liefert im Unterhaus sein Meisterstück ab - als Autor, Schauspieler und Kabarettist zugleich... ein rasantes Stück, wie es vielschichtiger, grotesker und witziger kaum sein könnte: "HeldenWinter".... ein Meisterstück von ungeheurer Intensität, ein Faust'scher Höllenritt.. Solch großes Theater findet sich selten auf Kleinkunstbühnen.
(Mainzer Rheinzeitung)
Wenn man nach einem Kabarettabend nachdenklich nach Hause geht und trotzdem zuvor blendend unterhalten wurde, darf man ihn wohl als äußerst gelungen bezeichnen. Nichts anderes gelingt Michael Ehnert mit seinem zweiten Soloprogramm "HeldenWinter", einem Ein-Personen-Epos mit mehrfachem Boden.
(Allgemeine Zeitung)
Er springt auf die Bühne wie Bruce Willis in seinen besten Jahren, nur dynamischer und intelligenter. Spielt sich schauspielerisch grandios die Seele aus dem Leib.
(Badisches Tageblatt)
Auf jeden Fall ist Michael Ehnert aus dem Holz geschnitzt, aus dem in Hollywood Helden gemacht werden.
(Frankfurter Rundschau)
Und auch für "HeldenWinter" wird es wieder Preise regnen.
(Neue Westfälische Zeitung)
HeldenWinter ist Philosophie, Dialektik, Wahnsinn und anspruchsvolle Unterhaltung zugleich.
(Harburger Nachrichten)
Die Souveränität, mit der Ehnert auf sämtlichen Ebenen des Kabaretts agiert, ist bemerkenswert. Seine große Stärke sind seine brillant gespielten Charaktere. Jede seiner Figuren zielt als messerscharfe Pointe auf die Gesellschaft.
(Badische Zeitung)
Weniger klassisches Kabarett als ganz wunderbares Kopfkino - für Menschen, die Geschichten lieben.
(Nürnberger Nachrichten)
Querdenkerei von herausfordernder Realität.
(Abendzeitung Nürnberg)
Ehnert knüpft mit seinem neuen Programm „HeldenWinter" nahtlos dort an, wo sein Solodebüt „Mein Leben" endete. Grandios verquickt der 40-Jährige die widerstreitenden Kräfte zu einer pfeilschnell choreografierten Weltanschauungsshow unterlegt mit jeder Menge unrasiertem Feinripp-Pathos.
(Westdeutsche Zeitung)
Großes Kino.
(Kölner Stadtanzeiger)
Ehnert wäre nicht Ehnert, wenn er die folgenden anderthalb Stunden nicht mit perfekter Schauspielkunst, brillanter Geräuschkulisse und philosophischen Überlegungen füllen würde. In punkto Multi-Tasking ist Michael Ehnert ein Held.
(Bonner Rundschau)
"HeldenWinter" ist ein herausragendes Stück in der deutschen Kabarettszene, das sich von den bekannten Formaten nahezu radikal absetzt. Ehnerts Programm ist in höchstem Maße originell, intelligent und voller Esprit.
(Bonner Generalanzeiger)
Das hier ist Ehnerts eigenes Ding. Und klasse.
(Hamburger Morgenpost)